Grimmstr. 1,
80336 München
Dr. Reinhard Probst
Der Wirkstoff Mandelonitril-Diglukonat hat mindestens drei verschiedene Bezeichnungen:
Vitamin B17 (i)
Amygdalin oder
Laetril (ii).
Diese Substanz kommt natürlicherweise in bitteren Mandeln oder Aprikosenkernen vor. Das Molekül enthält zwei Traubenzuckermoleküle, die über ein Zwischenmolekül an Blausäure gebunden sind. Das Amygdalinmolekül ist sehr stabil und unter normalen Umständen vollkommen ungiftig (iii). Wie Amygdalin wirkt ist nicht vollständig geklärt. Diese Theorie erscheint zumindest plausibel:
Krebszellen haben unter anderem die Eigenschaft, dass sie in andere Zellen einwachsen und diese zerstören. Dazu dauen sie das umliegende Gewebe durch Enzyme an. Enzyme sind wie kleine Scheren, die z.B. Fett, Eiweiß oder Kohlenhydrate auseinander spalten. Die so genannten Glukogenasen sind zuckerspaltenden Enzyme und kommen in Krebszellen in wesentlich höheren Konzentrationen als im gesunden Gewebe vor.
Die Glukogenase spaltet nun die Zuckermoleküle vom Amygdalin oder Vitamin B17 ab und setzt dadurch die Blausäure frei. Diese ist nun ein extrem starkes Zellgift und blockiert die Verbrennung der Kohlenhydrate in der Krebszelle. Während gesunde Zellen Blausäure relativ gut entgiften können, haben Krebszellen überwiegend diese Möglichkeiten nicht und gehen zugrunde.
Allerdings gilt auch hier, wie für alle Wirkstoffe in der Biologischen Krebsmedizin, dass aufgrund der Nicht-Patentierbarkeit wenige Studien zu Amygdalin vorliegen. Erfreulicherweise untersuchte 2013 Prof. Roman Blaheta von der Goethe-Universität Frankfurt Amygdalin und seine Wirkung auf Tumorzellen. Er beobachtete ein signifikant reduziertes Tumorwachstum unter Amygdalin. Die Studie wurde übrigens von einer privaten Stiftung finanziert. Offensichtlich besteht kein besonders großes öffentliches Interesse an der Erforschung natürlicher, krebshemmender Mittel. Eine Übersichtsarbeit über alle verfügbaren klinischen Daten zu Amygdalin wurde 2007 von Milazzo et. al. veröffentlicht. Von 368 Krebspatienten kam es immerhin bei 12,5% zu einem teilweisen oder vollständigen Tumorrückgang, bei 6,8% schritt die Krankheit nicht mehr fort und bei weiteren 22,9% besserte sich die Symptomatik der Patienten (iv).
Fußnoten:
Die meisten, der in der Biologischen Tumortherapie verwendeten Substanzen sind nicht in größeren Studien getestet worden. Diese Therapien stellen so genannte ärztliche Heilversuche dar und finden auf ausdrücklichen Wunsch des Patienten statt. Dieser hat ein verfassungsgemäß garantiertes Recht auf freie Arztwahl und Therapiefreiheit.