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Dr. Reinhard Probst
Die Substanz wurde zum ersten Mal 1940 von dem Japaner Taoka in der Pflanze Veratrum grandiflorum entdeckt. In Verbindungen mit der Anfangssilbe Res-, abgeleitet von den Resorcinolen, zu denen Resveratrol chemisch gehört, wurde dessen Name gebildet. 1976 wurde die Substanz in Weintrauben festgestellt.
Die Wirkung des Resveratrols ist vielfältig. So wirkt es in Zell- und Tierversuchen antioxidativ, entzündunghemmend, antikanzerogen und lebensverlängernd, es wirkt dadurch möglicherweise Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs, Arthritis und Alzheimer entgegen.
Krebserkrankungen haben immer auch eine entzündliche Komponente. Schlüsselenzym ist hier unter anderem die die Cyclooxygenase, die zur Bildung von Entzündungsbotenstoffen führt. Resveratrol bindet an die Cyclooxygenase und hemmt Entzündungen, ohne entsprechende, unerwünschte Wirkungen zu haben. Das zweite wichtige Schlüsselenzym bei Entzündungen ist NO-Synthase, die über die Bildung von Stickstoffmonoxid Zellwände angreift. Auch hier beeinträchtigt Resveratrol dessen Bildung und Wirkung.
Entzündungen wiederum aktivieren ein Molekül, das eines der wichtigsten Substanzen im Krebsgeschehen darstellt: Den so genannte Transkriptionsfaktor NF-κB. Transkriptionsfaktoren helfen der Zelle, bestimmte DNA-Abschnitte abzulesen und entsprechende Proteine zu erzeugen. NF-κB ist an allen wichtigen Prozessen der Tumorentwicklung beteiligt, von der Entstehung, Entwicklung, der Bildung von Blutgefäßen, der Hemmung des Immunsystems bis hin zur Metastasierung. Erfreulicherweise hemmt Resveratrol auch diesen Faktor. Daneben interagiert es mit diversen Stoffwechselwegen oder Botenstoffen, wie mTor, Cytochrom p450, Tumornekrosefaktor α, Interleukin 17 und anderen, allesamt wichtig für die Krebsentwicklung.
Wie Curcumin ist nun Resveratrol eine Substanz, die sich in Wasser nicht löst. Solche Substanzen gehen prinzipiell schlechter durch den Darm ins Blut und es ist schwierig allein durch die orale Gabe gute Wirkspiegel im Organismus zu erreichen. Gerade Tumorerkrankungen sind aber hohe Wirkspiegel entscheidend. Erfreulicherweise gibt es seit einigen Jahren Resveratrol auch als Infusionslösung.
Fußnoten: